Therapiegebiete

Epidemiologie und Risikofaktoren

Die bekannteste epidemiologische Untersuchung zur Häufigkeit der erektilen Dysfunktion ist die Massachusetts Male Aging Study (MMAS) in den USA. Sie zeigte anhand 1‘290 Patienten, dass mit dem Lebensalter die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Erektionsstörungen zunimmt.

Im Schnitt hatten 52% der Männer zwischen 40 und 70 Jahren Erektionsstörungen verschiedenen Grades. Der Prozentsatz einer vollständigen erektilen Dysfunktion verdreifachte sich mit fortschreitendem Alter von 5% auf 15%. Risikopatienten mit Diabetes (28%), mit einer Herzerkrankung (39%) und Bluthochdruck (15%) litten signifikant häufiger an einer ED als die Gesamtstichprobe (9,6%).

Für Deutschland zeigte eine grosse epidemiologische Untersuchung, die in Köln durchgeführt wurde („Cologne 8.000 Men Survey“), ähnliche Ergebnisse. Mittels Fragebogen wurde eine repräsentative Population von 8‘000 Männern im Alter zwischen 30 und 80 Jahren zu Sexual- und Miktionsstörungen befragt, wobei Daten zu sozialem Umfeld, Lebensgewohnheiten, Begleiterkrankungen, Medikamenten und Operationen erhoben wurden.

Bei 4‘489 auswertbaren Fragebögen ergab sich eine Gesamtprävalenz der erektilen Dysfunktion von 19,2%. Sie lag im Alter von 30 Jahren bei 2,3% und nahm bis zum 80. Lebensjahr auf 53,4% zu. Auch zeigte sich in dieser Studie eine hohe Co-Morbidität der erektilen Dysfunktion mit Hypertonie, Diabetes, operativen Eingriffen im Beckenbereich und LUTS (Lower Urinary Tract Symptoms Miktionsstörungen).

Die Kombination der Daten der durchgeführten Studien und der Prognosen zur Zunahme von Lebenserwartung sowie Veränderung des Lebensstils lässt den Schluss zu, dass die Prävalenz der erektilen Dysfunktion und damit die Patientenzahl stark ansteigen werden. Es wird davon ausgegangen, dass derzeit weltweit 152 Millionen Männer unter erektiler Dysfunktion leiden. Bis 2025 wird ein Anstieg auf 322 Millionen Patienten prognostiziert.

In Deutschland geht man nach den Ergebnissen des „Cologne 8000 Men Survey“ heute von einer Prävalenz von 4,5 Millionen Erkrankten aus. Gemäss den Zahlen des Bundesamts für Statistik zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland wurde auf Basis dieser Untersuchungsdaten für 2030 eine Zahl von 5,65 Millionen Erkrankten und 1,8 Millionen Patienten prognostiziert.